Römerrebberg Villigen

 
 
Panschen des Weines  

Unter den Winzern kursierten verschiedene Geheimrezepte, die die Qualität des Weines verändern konnten. Dabei wurde in Geschmack, Farbe oder Geruch eingegriffen und dem frischgepressten Traubensaft verschiedenste Ingredienzen beigemischt.

Um möglichst schnell marktreife Sorten zu produzieren oder mindere Sorten aufzuwerten, wurde der Wein geräuchert. Manch einer scheint das Räuchern übertrieben zu haben und so sind uns Klagen über bittere Weine überliefert. Der Winzer Munna aus der Nähe von Marseille war dafür berüchtigt.

Um dem Wein die Säure zu nehmen, griffen viele Winzer zu Kalk, Marmorstaub, gemahlenen Muscheln oder Gips. Offenbar wurden besonders die griechischen Weine häufig gegipst und standen deshalb im Ruf, einen „dicken Kopf“ zu verursachen.

Übrigens gingen die Meinungen unter den antiken Weinkennern, was die Eingriffe in den Wein anbelangten, weit auseinander. Mit Meerwasser versetzter Most von der Insel Kos zum Beispiel fand bei den Römern gefallen und es kursierten Rezepte, wie man diesen „koischen“ Wein imitieren konnte.

 
Stützenloseerziehung

Bei dieser urwüchsigen Anbaumethode, auch Bockschnitt genannt, werden die Reben so geschnitten, dass die Triebe am Boden entlang kriechen. Dies entspricht genau dem natürlichen Wachstum der Reben. Überliefert ist diese Anbaumethode aus heissen Ländern wie Spanien und der Türkei. Von den Römern wurde der Bockschnitt auch für stürmische Regionen empfohlen.

Den römischen Autoren zur Folge war der Ertrag aus solchen Rebbergen eher klein. Das überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass die reifen Trauben ein leichtes Opfer für Füchse und Mäuse sind. Dies konnte den Ertrag stark dezimieren. Damit die reifen Trauben nicht auf dem Boden verfaulten, wurden die Ranken mit kleinen Stöckchen unterstützt.

Die Reben wurden auch zu Büschen oder Bäumchen geschnitten. Diese selbsttragenden Reben stehen also ohne Stützen aufrecht. Besonders in den westlichen Provinzen scheint diese Anbauweise sehr beliebt gewesen zu sein.