Römerrebberg Remigen

 
 
Verdünnen des Weines

Wer unverdünnten Wein trank, galt in der Antike als Säufer. Wein wurde kaum pur sondern häufig als Schorle genossen und mit mehr oder weniger Wasser verdünnt. Galt Wein doch als Standardgetränk und Durstlöscher und kam nicht selten schon beim Frühstück auf den Tisch. Der Hauptgrund für das Verdünnen des Weines lag jedoch in seiner Konsistenz: Der Wein war dickflüssiger, alkoholhaltiger und bitterer als heutige Produkte.

Um sich zu berauschen, griff man trotzdem zu purem Wein. Es überrascht deshalb nicht, dass sich manch ein Trunkenbold über Schankwirte beklagte, die den Wein mit Wasser gestreckt haben sollen. In der Regel bestimmte der Gastgeber das Mischverhältnis und der Wein wurde in grossen Krügen und Eimern mit Wasser gemischt.

Bei Saufgelagen wurde ein Trinkkönig erkoren, in dessen Händen die Stärke der Mischung lag. Es kam auch vor, dass jeder den Wein in seinem Becher nach eigenem Gutdünken mixte.

Im Sommer und in wärmeren Breitengraden galt mit Schnee oder Eis verdünnter kühler Wein als besonderer Luxus. In kälteren Monaten mischte man ihm warmes Wasser bei. Eher skurril mutet der Rat, Wein mit Salzwasser zu mischen, an.

 
Laubenerziehung

Werden mehrere Joche mit Längs- und Querbalken vereint, entstehen rechteckige Gerüste, an denen die Reben festgemacht werden können. Diese Konstruktion gleicht einer Laube oder Pergola.

Columella war der Meinung, dass der Schatten des Blätterdachs den Boden feucht hielt und sich diese Anbaumethode besonders für trockene Gebiete eignete. Wahrscheinlich gehörte sie in Italien zu der am weitesten verbreiteten Anbau-methode und ist dort auch heute noch häufig anzutreffen.

Die Höhe der Kammern konnte je nach Situation variieren und reichte von Hüft- bis Kopfhöhe. Diese Anbauform dürfte für die klimagünstigen Steilhänge in unserer Region wenigergeeignet gewesen sein, lässt sich aber bis in das letzte Jahrhundert in der Rheinebene des Elsass (Frankreich) und der Pfalz (Deutschland) nachweisen.