Römerrebberg Oberflachs

 
 
Würzen des Weines

Vinum piperatum – Pfefferwein – galt als Synonym für Gewürzwein oder vinum conditum. Das Grundrezept für Gewürzwein bestand aus Wein, Honig und Pfeffer, dazu kamen beliebig weitere Zutaten.

Die Römer kannten unzählige Rezepturen für ihren Gewürzwein, der römischen Variante unserer Liköre. Es wurde Weine mit Anis-, Minz-, Zimt- oder Fenchel-geschmack hergestellt. Blüten, Blätter und Früchte der verschiedensten Pflanzen wurden ihm beigemischt, z. B. Veilchen, Rosenblätter, Wermut, Lorbeer, Dill etc. Gewürzwein wurde auch in der Medizin und als Parfüm eingesetzt. Kaiser Elagabal soll im 3. Jh. sogar in gewürztem Wein gebadet haben.

In der römischen Küche und logischerweise auch bei der Zubereitung von Wein kam eine Vielzahl von verschiedenen Kräutern zum Einsatz. Die Römer liebten offenbar pikante Speisen mit einer süss-sauren Note. Dabei lässt sich ein Hang zum „Überwürzen“ feststellen. Der Geschmack der Grundzutaten wurde dabei stark überdeckt.

 
Baumerziehung

Als grosser Vorteil der Baumerziehung galten die geringen Unterhalts-kosten. Hier wurden als Traggerüste für die Reben keine Pfähle, sondern Bäume gepflanzt. Drei grosse Äste eines Baumes bildeten das Grundgerüst. Dabei wuchsen die Reben bis in die Baumkronen und die Bäume mussten zusammen mit dem Rebschnitt gestutzt werden.

Als Stütze geeignet sind Pappeln, Ulmen und Eschen. Es wurden aber auch Olivenbäume, Feigenbäume, Kornelkirschen oder Weiden gepflanzt. Angeblich beeinträchtigte die Weide jedoch die Qualität des Weines. Heute nur noch selten anzutreffen, war diese Erziehungsmethode in der Antike auch im nördlichen Gallien verbreitet. Schliesslich sind die Reben an den Bäumen besser gegen Frost geschützt.

In Gallien existierte eine Sonderform der Baumerziehung, für die sich vor allem laubarme Bäume wie Kornelkirsche, Hainbuche und Esche eigneten. Dabei wurden die Rebranken von einem Baum zum nächsten gezogen und es entstanden ganze „Baumgärten“.

 
Pfahlerziehung

Bei dieser Erziehungsmethode wurde die Rebe an einzelnen Pfählen hochge-zogen. Sie hatte also nur eine einzige senkrechte Stütze. Auf antiken Abbildungen lässt sich erkennen, dass die Reben bogen- oder s-förmig an den Pfählen angebunden wurden. Dazu verwendete man Schilf, Ginster, Binsen oder Schnüre. In der Regel zogen die römischen Winzer Vierkantpfähle gegenüber runden Pfählen vor.

Die Pfähle wurden aus Holz von Zypressen, Wachholder oder Wintereiche hergestellt. Im Süden schätzte man auch Holz vom Olivenbaum. Auf Rat römischer Agronomen sollte der Pfahl auf der Wetterseite des Rebstockes gesetzt werden.

Bei der Pfahlerziehung wurden die Reben in einzelnen Reihen gepflanzt. Dabei wurden lange Furchen ausgehoben und die Setzlinge hineingepflanzt. Solche Pflanzgräben lassen sich manchmal auf Ausgrabungen noch nachweisen.